Reisebericht vom Gospelkirchentag 2018

Logo vom Gospelkirchentag 2018

Singen macht glücklich! Alleine, zu Zweit, im Chor, an jedem Ort.

Aber wann gibt es schon mal die Gelegenheit, zusammen mit ca. 5400 Sänger/innen in einem stimmgewaltigen Chor wundervolle Gospelsongs zu singen? Wir hatten dieses Glück.

Vor etwa einem Jahr entschlossen wir uns, zum Gospelkirchentag nach Karlsruhe zu fahren.

Bahnfahrt, Unterkunft, Teilnehmerticket wurden unverzüglich gebucht.

Das Jahr verflog schnell, und schon saßen wir im Zug nach Karlsruhe, voller Vorfreude, was uns dort wohl erwarten würde.

Karlsruhe war perfekt vorbereitet auf seine Gäste. Schon am Bahnhof standen die ersten Informationsstände, um Fremden den Weg zu weisen. Es wurden 90 Chöre aus ganz Deutschland und 14 anderen europäischen Nationen und den USA erwartet.

Die Eröffnungsfeier am Freitagnachmittag fand leider in strömendem Regen statt, was aber die Stimmung an den Bühnen auf dem Marktplatz nicht schmälerte.

Bei der ökumenischen Gospelnacht traten die Chöre an 25 Orten in zum Teil übervollen Kirchen auf. In der Zeitung stand: Karlsruhe singt und tanzt - eine Stadt im musikalischen Ausnahmezustand. Herrlich! Und wir mittendrin. Überall sah man Menschen, die ihre Teilnahmetickets an grünen oder roten Bändern um den Hals trugen, die die grün rosa Schals umgebunden hatten. Genau wie wir.

In den vollgestopften Straßenbahnen fröhliche Menschen. Egal, wohin man fuhr, irgendjemand stimmte ein Lied an, und die Leute sangen mit.

Wir hörten „O happy day“, „Amen”, „This little light of mine“,„ Let me fly” und viele mehr. Mancher zufällig in die Bahn Geratene guckte etwas verwundert.

Der Samstag wurde unser Highlight. Er begann in der dm-Arena mit einer fast 4 stündigen Chorprobe. Die über 5000 Sänger probten mit verschiedenen Chorleitern neue coole Songs. Besonders begeisterten uns der Däne Hans Christian Jochimsen und Hanjo Gäbler, ein Musiker aus Kiebitzreihe. Er arbeitet zur Zeit an einem Musical über Martin Luther King, das nächstes Jahr Premiere hat. Ein Song daraus ist „I got shoes“, eigentlich ein alter Gospel, der aber bestens in das Musical passt.

Nach einer kleinen Mittagspause hatten wir die Qual der Wahl. 50 verschiedene Workshops wurden angeboten, dazu Programm auf vier Bühnen in der Innenstadt. Da wir Songs von H.C. Jochimsen auch in unserem Chor singen, zog es uns zu ihm in die Christuskirche. Es war phantastisch, wie seine Songs auch dort die Sänger begeisterten.

Völlig beschwingt gönnten wir uns eine kleine Ruhepause an den Open Air Bühnen.

Dann ging es zurück in die dm-Arena, wo die International Gospel Celebration stattfand. Als Stargast war der Grammy-Gewinner Kirk Franklin aus den USA angekündigt. Zwei Stunden lang tolles Programm, dann kam Kirk. Und schon nach seinem ersten Song setzte eine Massenflucht aus der Arena ein. Die Lautstärke und sein Bühnenverhalten waren für viele nur schwer zu ertragen. Schade!

Sonntag. Wir konnten gar nicht glauben, dass schon bald alles wieder vorbei sein sollte.

Wir haben tolle Komponisten und Chorleiter kennengelernt, viele coole Songs gesungen, Spaß gehabt, nette Leute getroffen. Zum Beispiel waren wir im September mit unserem Gospelchor in Friedrichstadt. Neben uns in der Straßenbahn saßen fröhliche Frauen aus dem Gospelchor Friedrichstadt, mit denen wir uns prima austauschen konnten. Welch ein Zufall!

In den Massen von Menschen bekannte Gesichter zu treffen, ist ebenfalls nicht sehr wahrscheinlich, und doch liefen uns mehrere Sänger aus anderen Elmshorner Chören über den Weg.

Mit dem Festivalgottesdienst in der dm-Arena endete der Kirchentag.

Zu Beginn zeigten die 140 Soul Teens, was sie am Wochenende gelernt hatten.

Zwischen Lesungen, Predigt und Ansprachen wurden die gelernten Gospelsongs gesungen. Bei dem Stück „Teardrops“ (H.C.Jochimsen) wurde so manches Taschentuch nass. Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh gab den Gottesdienstbesuchern drei Sätze mit auf den Weg:

1. Seid wachsam und steht fest im Glauben
2. Seid mutig und stark.
3. Lasst alles, was Ihr tut in der Liebe Gottes geschehen.

Der Gospelkirchentag stand unter dem Motto: „Gonna get better“- Es wird besser werden. Die Welt wird immer voller Probleme sein, aber wir sollten trotzdem mutig und zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Grund zum Jubel gab es schließlich, als bekannt gegeben wurde, was die Sammlung für Kenia erbracht hatte. 54.066,67 € für Projekte von Brot für die Welt  wurden gesammelt. Das Geld ist für den Bau von Dämmen im Norden Kenias bestimmt, die den Mädchen ermöglichen in die Schule zu gehen anstatt den ganzen Tag Wasser zu schleppen.

Nach dem Segen wurden wir hinaus in den Sturm entlassen, vor dem uns eine Polizeidurchsage schon in der Arena gewarnt hatte.

Wir sind wohlbehalten zu Hause angekommen und noch voller Freude über unsere schöne Reise.

Der nächste Gospel Kirchentag findet 2020 in Hannover statt. Gerne wollen wir auch dorthin fahren. Wir können es jedem empfehlen, der Gospelmusik mag.

Kirsten Buchholz, Silvia Lau und Ute Thiede vom Gospelchor Open up wide

Kirsten Buchholz, Silvia Lau und Ute Thiede
vom Gospelchor „Open up wide“.